Als Archivalie des Monats März möchten wir die Tanzskizzen des belgischen Choreografen Joseph Hansen (1842–1907) zu Camille Saint-Saëns’ Oper Samson et Dalila vorstellen. Dabei handelt es sich um ein Konvolut choreografischer Aufzeichnungen zu dem von Hansen geschaffenen Ballettdivertissement in Saint-Saëns’ Oper, die (in der zweiten Fassung) am 23. November 1892 an der Opéra Garnier in Paris uraufgeführt wurde.
Hansens Manuskript gelangte vermutlich 1963 in den Besitz Derra de Morodas und zählt zweifellos zu den Raritäten des Tanzarchivs.
Das Konvolut der Tanzskizzen umfasst mehrere Einzel- und Doppelblätter, auf denen sowohl Solo- als auch Corps de Ballet-Szenen notiert sind. Diese beziehen sich auf die Tanzeinlagen im ersten und dritten Akt der Oper. Es handelt sich dabei um Tänze der Priesterinnen der Philister.
Die Zeichnungen sind collageartig angeordnet, teils detailliert und koloriert, teils nur angedeutet mit Bleistift versehen.


Einzelne Figurinen und Formationen wurden mit Beschreibungen in französischer Sprache versehen, die sich auf Namen von Tänzerinnen, Rollenbezeichnungen oder dramaturgische und choreografische Details (wie Bewegungsvokabular, Positionswechsel und Raumanordnungen) beziehen. Damit eröffnet diese Quelle einerseits verschiedene Perspektiven auf die Aufführungspraxis zur Zeit Hansens und andererseits – ähnlich wie andere Tanz- und Bewegungspartituren des 19. und frühen 20. Jahrhunderts – Möglichkeiten zur Interpretation und Rekonstruktion der skizzierten Tanzfiguren und Bühnenkonstellationen.




Die Tanzskizzen sind bereits digitalisiert und über das digitale Repositorium ePLUS verfügbar.
Weitere ausführliche Informationen zu Hansens Manuskript finden Sie in folgendem Artikel: